Montag, 19. November 2007

Segelbote, Bankhotlines und echte Männerbäume

Weekend:
Wieder ist eine Woche ins Land gegangen und ein weiterer Roadtrip sicher überstanden. Letztes Wochenende ging es in den Redwood National Park, ganz im Norden Kaliforniens. In dieser Gegend findet man die größten Exemplare der, so genannten Küsten Sequoias (Redwoods), und somit die höchsten Bäume der Welt. Diese Mammutbäume waren früher an der ganzen Westküste Nordamerikas verbreitet, heute sind leider nur noch 4 % dieser Riesen vorhanden. Kurz einige Infos, zum posen in irgendwelchen Diskussion: Alter bis zu 2200 Jahre, Höhe bis zu 137 m (Höhe Lorenzkirche 81m, Paderborner Dom 93m), Durchmesser bis zu 7,5 Meter und Waldbrände sind nicht gefährlich sondern nötig zur Fortpflanzung. Auf gut Deutsch, echte Männerbäume. Am Samstag haben wir erst einen Wanderung durch die besagten Bäume hinunter zu einem einsamen und sehr rauen Küstenstreifen des Pazifiks gemacht. Anschließend stand noch ein Hike, in das Tal in dem die Waldszene von Rückkehr der Jediritter (wisst schon die Szene mit den Stoffviechern) gedreht wurde, auf dem Programm. Das Wetter hatte sich zu unserem Ausflug passend eingestellt, nebelig und Nieselregen. Anfangs echt super, da dies eine tolle Atmosphäre im Wald schuf, dann hat Petrus jedoch etwas zu viel Dramatik aufgelegt und einen schönen Dauerregen hervorgezaubert. So wurde es ein sehr nasser Tag, der mit einem Kaminabend im Hostel ausklang. An dieser Stelle kann ich auch etwas Entwarnung geben, scheinbar wird dieser gewisse Bärenhirnlappen in Behausungen mit festen Wänden nicht aktiviert. Bin trotzdem froh, erst kurz vor der Abreise zu erfahren, dass vor einem Monat ein Bär durchs Wohnzimmer spaziert ist. Am nächsten Tag war dann nur heimfahren auf dem Highway 1 angesagt.Eine traumhafte, 350 Meilen lange Fahrt, mit sich abwechselnden gigantischen Redwoods, rauen Küstenabschnitten, kleinen beschaulichen Fischerdörfchen und serpentienenreichen Bergstraßen. Auf dem Weg haben wir noch einige wilde Elche gesehen, leider kann ich euch keine tollen Fotos präsentieren, da ein großes Schild „Danger, wild elks“ genau vor meinen Augen stand und ich es irgendwie nicht missachten wollte. Wären es Bären gewesen wäre ich natürlich ohne zu zögern hinspaziert!
Wenn Elche einen schlechten Tag haben, sollen sie jedoch sehr streitlustig sein und das Geweih lässt darauf schließen, dass Elche in Diskussionen sehr gute Argumente haben. Später haben wir noch eine andere Elchgruppe (leider nur Elchkühe) aus der Nähe gesehen, und ich muss sagen die Teile sind echt riesig, ein Hirsch ist dagegen süß. Das sind mehr riesen Kühe in fit und durchtrainiert, also Fangen will ich mit denen definitiv nicht spielen. Alles in allem wieder ein super Wochenende, zwar viel im Auto gesessen aber das gehört hier dazu. Außerdem gibt es auf diesen endlosen Strecken massenhaft View Points - ich bin davon überzeugt auf jeden Einwohner kommt ein View Point - und als echter Hardcore Tourist will man natürlich so viele wie möglich anfahren, schließlich könnte man was verpassen! Um diesen Herausforderungen gerecht zu werden, haben wir eine neue Sightseeingart entwickelt; Extrem Car Viewpointing. Das geht so: am Viewpoint mit laufendem Motor halten, Fenster runterlassen (natürlich elektrisch), Fotos von der Natur machen mit denen man zuhause prahlen kann, „fahr mal nen Meter zurück da ist ein Busch im Bild“, dann aber bloß zack zack zurück auf den Highway und bloß keine Zeit verlieren wir haben schließlich noch 300 Meilen vor uns.

So nun noch ein paar andere Sachen die loswerden möchte:
Ich habe mich schon mal über die Amischlitten und ihr Fahrwerk ausgelassen; ok inzwischen sind wir alle geübte sponge-drivers, jedoch will ich euch an einem kleinen Beispiel diese ingenieurstechnische Hochleistung nahe bringen. Die Situation: Berg hoch, gerade Strecke, einspurig, keine Überholmöglichkeit, vor uns ein VW Bus T2 (Baujahr so um 1980), wir amerikanische Schleuder mit 3,5 Liter. Logisch, der VW Bus muss weg, da wir natürlich schneller sind, doch dann kamen da so komische Dinger namens Kurven, in denen man so was wie ein Fahrwerk bräuchte. Tja, jetzt mussten wir den VW Bus vorbei lassen, da wir, wohlgemerkt noch immer Bergauf und zwar wirklich BERGAUF, nicht mithalten konnten. Wir haben es echt versucht, doch unser Auto hat uns quietschend und rumwabernd schnell klar gemacht, den Bus seht ihr nie wieder!

Im Winter sind auch noch ein paar Trips in die Berge geplant und das heißt Schnee. Ich zu Avis gedackelt und nach Schneeketten gefragt. Hmm die haben wir jetzt nicht da, müsste ich bestellen/kaufen, könnte man ja für alle Autos nehmen, haben schon viele Leute gefragt, aber ach, hmm, ne zu viel Arbeit, sag einfach bescheid, dann bekommst du nen großen 4*4 Jeep, da brauchst du dann keine Ketten mehr. Das ist Amerika!

Letzte Woche steh ich im Supermarkt, typisch amerikanisch nur die Kreditkarte dabei (man will ja nicht auffallen und bar bezahlen), „not allowed“, noch mal „not allowed“, noch mal, ne ist nicht peinlich oder so, „not allowed“! Zuhause bei der Bank angerufen, „your card is blocked, danke das habe ich auch schon gemerkt. Der Grund: eine verdächtige Abhebung von meinem Konto (fürs Fahrrad), aber was ist daran verdächtig. Man könnte jetzt denken, die Summe. Nene, viel verdächtiger!!! ich habe mit Debit bezahlt (also quasi wie EC direkt vom Konto) und nicht finanziert oder zumindest Kreditkarte, sehr sehr verdächtig, da muss man die Karte schon sperren!

Noch eine Frage, welche mich letzte Woche beim Füttern der Katze (Sam&Sonia waren im Urlaub) bewegt hat. Warum gibt es Trockenfutter in der Form von Fischen, Seeigeln und Booten; die Katzen hier müssen echt was drauf haben!



5 Kommentare:

Lichti hat gesagt…

Ey, noch son Beitrag und ich wander aus... Singapur ist Vergleich damit sowas von oede...!

Erwaehnte ich schon mla irgendwann, dass ich stinken neidisch bin? ;)

Unknown hat gesagt…

Mensch... da sieht man mal wieder, wieviel ich von Amerika noch gar net mitbekommen hab. Damit mein ich nicht mal die "Bäumchen" sondern eindeutig das Katzenfutter, hatte einfach noch keine Katze ;-)

Anonym hat gesagt…

Ich bin auch neidisch und zudem siehst du Elche...muss denn alles und einfach alles nach Amerika auswandern?!?!:-)
Die Bäume sehen total lieb aus, wie ihr Männer natürlich. Aber eine Frage, dass mit der Fortpflanzung interessiert mich...also bitte entweder nen Link schicken (ich bin soooooooo faul) oder eine Erklärung!
Liebe Grüße
Julia

Markus hat gesagt…

Kleine Biostunde für Julia:
Also die Bäume können sich auf zwei Arten fortplanzen:

1. Ganz normal mit so ner Art Tannenzapfen, jedoch öffnen die sich nur wenn es richtig heiß wird weil unter gerade ein Feuer brennt

2. Indem sie einfach aus ihrern Wurzeln, Rinder oder Rindenstücken am Boden neue Bäume bilden, dies ist jedoch auch nur möglich wenn es davor gebrannt hat, da dann genug Licht hinkommt und die kleinen Mammutbäumchen nicht gegen andere Planzen kämpfen müssen

Ansonsten richte ich dem nächsten Elch aus, dass er sich wieder nach Finnland verpissen soll :-)

Martin hat gesagt…

Hammer! Zum Glück bin ich noch nen weilchen hier!