Donnerstag, 27. Dezember 2007
Weihnachten unter Palmen
Ich hab doch noch etwas Zeit gefunden um ein kurzes, eher stenohaftes, Update zu schreiben. Am Freitag vor Weihnachten hat sich erneut, der nicht nach Deutschland geflüchtete Teil, der berüchtigten Road-Trip-Gruppe auf den Weg in den Süden Kalifornierens gemacht um auch die letzte weihnachtliche Stimmung mit geballten Sonnenschein und sommerlichen Temperaturen zu bekämpfen.
Erstes Ziel: Zoo von San Diego, welcher - wie man munkelt - der schönste der Welt sein soll. Unser Fazit: Wirklich wunderschön angelegt, sozusagen Botanischer Garten und Zoo zum Preis von einem, und Tiere die man zumindest in bayrischen Zoos nicht sieht (Koalas, Pandabären, Jaguar….). Jedoch sind die Gehege echt erschrecken klein, also in dieser Kategorie kann selbst der Nürnberger Zoo mehr. Schön war es troztdem, bis auf eine Sache die mich wirklich auf die Palme gebracht hat: Man kann den Zoo ohne große Probleme innerhalb von 5 Stunden komplett zu Fuß erkunden. Doch das hält die Amis nicht davon ab Buse anzubieten, die direkt an jedes Gehege ranfahren und per Lautsprecher verkünden was dort drin ist. Und ehrlich Elektrobusse wären ja auch übertrieben, so gute Ottomotoren die eine leichten Benzingeruch in die Luft zaubern und im 5 Minuten-Takt vorbeirattern passen auch einfach zu gut in einen Zoo. Naja, ansonsten ist San Diego aber eine wirklich super schöne Stadt, viele kleine Cafes, auch mal ältere Häuschen, Palmen, Yachthafen und kurze Hosen Wetter mittem im „Winter“. Neben chillen & Lagerfeuer am Strand und Sightseeing in der Stadt, war noch eine kleine Bike Tour zu Seelöwen angesagt. Für einen Tag haben wir es auch noch gewagt aus der USA nach Mexiko auszureisen, und das obwohl wir nur ein Visa haben --- boah! In Mexiko haben wir einen Strandort angesteuert, welcher im Sommer so etwa den Ballermann der USA darstellt, da jedoch keine Saison ist war nicht viel los. Somit gab es Quad-Fahrern für die Männer und Pferdereiten am Strand für die Mädels quasi gratis. Dann frei nach dem Motto „Je versiffter der mexikanischer Imbiss aussieht desto besser ist das Essen“ leckeres Futter besorgt. Noch 5 $ für „Open Bar“, welche wir jedoch nicht exzessiv ausnutzen, da am nächsten Tag die Einreise in die USA anstand, investiert. Einreise ging zum Glück relativ schnell, ist aber echt witzig USA –> Mexiko: nichts, gar kein Zoll, nicht mal sowas wie ne Grenze und zurück natürlich das ganze Programm! Gut dann klassisches deutsches Weihnachtsessen in einem mexikanischen Restaurant und wieder heim. Auf der Heimfahrt hatten wir auf dem Freeway noch einen richtigen Sturm und endlich ist es passiert, ich hab das gesehen! Endlich das Erlebniss auf welches ich schon 3 Monate warte; jetzt kann ich heimkommen und sagen ich habe alles gesehen: Mitten auf dem Highway wurde so ein Stereotypen-Westernfilm-Busch über die Straße geweht :-)


Freitag, 21. Dezember 2007
Frohe Weihnachten
Da ich nicht genau weiß wann ich wieder zum schreiben komm....
Ich wünsche euch allen ein frohes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins neue Jahr. Ich hoffe ihr könnt - egal wo und mit wem - ein paar schöne und entspannende Tage verbringen

P.S. leider hab ich so etwas übertriebenes nicht gefunden, daher ist das Bild geklaut .....
Ich wünsche euch allen ein frohes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins neue Jahr. Ich hoffe ihr könnt - egal wo und mit wem - ein paar schöne und entspannende Tage verbringen

P.S. leider hab ich so etwas übertriebenes nicht gefunden, daher ist das Bild geklaut .....
Dienstag, 18. Dezember 2007
Kopfschmerzen und Siemenskratie
Mal wieder ein kleines Update. Letztes Wochenende war es relativ ruhig. Ich war nur am Samstag Abend in einen Club in San Francisco unterwegs und habe mal wieder richtig schön gefeiert. Leider hat mir am nächsten Tag mein ganzer Körper und vorallem mein Kopf zu verstehen gegeben, dass vorherige Abstinenz mit einem feuchtfröhlichen Abend nicht wirklich gut harmonieren. Trotzdem wurden am nächsten Tag, noch einige typische Touristenaktivitäten in San Francisco abgehakt. Unter anderem war ich auf einem Aussichtspunkt und am berühmten Pier 39, an welchen die Seelöwen in der Sonne braten und Touristen amüsieren. An Weihnachten werde ich mich mit den üblichen Verdächtigen auf den Weg nach Süd Kalifornien machen, um mir dort San Diego anzuschauen und einen kurzen Trip nach Mexiko zu starten. Danach bekomme ich endlich den lang ersehnten Besuch aus Deutschland (Vivien, Eibi, Claudi), daher kann es wohl etwas dauern bis der nächsten Eintrag folgt, da einige wirklich lange Roadtrips geplant sind.
Aus aktuellem Anlass möchte ich noch folgendes Erlebniss mit euch teilen. Ich weiß nicht ob es jeden interessiert, aber die anderen BM051er werden bestimmt drüber lachen können. Außerdem möchte ich noch klarstellen, dass Siemens wirklich viele Vorzüge hat, aber die folgende Situation ist einfach typisch für einen Großkonzern….
Eine kleiner Praktikant Namens Markus wollte ein bißchen was im Intranet umstellen, dafür braucht er jedoch einen Zugang zur Software für das Intranet Design) und um diesen zu bekommen, muss er erst eine Schulung machen. Damit er die Schulung aber machen kann, muss er als Praktikant in den USA gelistet sein, dann ist es umsonst. Markus steht aber auf der deutschen Gehaltsrolle, daher hätte das 1000 $ kosten sollen. Zum Glück waren nur 12 Mails an 4 verschiedene Personen nötig um das zu klären. So nun hatte er seine Schulung und wollte den Zugang zum Intranet beantragen, reine Formsache, sagte man ihm. Leider steht Markus jedoch im Siemens Adressbuch als Angestellter von Siemens Professional Education drin, daher darf er, obwohl die Leute wissen dass er in Concord ist da er von dort angerufen hat, keinen Zugang für das Siemens Intranet bekommen. Nach lächerlichen 16 Mails an 5 Personen war dieses Problem auch geklärt. "Ach Herr Ries hat Ihnen niemand gesagt dass Sie auch Zugang zu der anderen Plattform benötigen um mit dem Intranet zu arbeiten?". Installieren sie doch einfach die Software XY, damit klappt es sofort. 10 Mails später haben mir die zuständigen Personen dann geglaubt, dass es die Software hier nicht gibt und nicht nur ich zu dumm bin. Am Rande: Heute kam ein Update für alle Rechner hier in Concord wo genau diese Software installiert wurde, Zufall? Nun nachdem ich die Software habe, brauch ich nur noch Schreibrechte für die entsprechenden Ordner. Dieses mal hat der Sachbearbeiter leider bemerkt, dass ich weder in den USA gelistet bin, noch bei MED, sondern bei Siemens Professional Education, eingetragen bin. Ganz gefährlich! Trotzdem haben dieses Mal 3 Mails an nur eine Person genügt. Und nun nach insgesamt 41 Mails und 3 Wochen hatte ich alle Rechte die brauche um meine Arbeit zu beginnen. Aber Fleiß wird ja belohnt, daher habe ich jetzt auch Administratorrechte für das gesamte Intranet der Onkologie-Abteilung (800 Mitarbeiter), war bestimmt gewollt. Und was meint ihr, einfach mal kurz ne Mail schreiben, kann man doch sicher leicht umstellen :-)
Aus aktuellem Anlass möchte ich noch folgendes Erlebniss mit euch teilen. Ich weiß nicht ob es jeden interessiert, aber die anderen BM051er werden bestimmt drüber lachen können. Außerdem möchte ich noch klarstellen, dass Siemens wirklich viele Vorzüge hat, aber die folgende Situation ist einfach typisch für einen Großkonzern….
Eine kleiner Praktikant Namens Markus wollte ein bißchen was im Intranet umstellen, dafür braucht er jedoch einen Zugang zur Software für das Intranet Design) und um diesen zu bekommen, muss er erst eine Schulung machen. Damit er die Schulung aber machen kann, muss er als Praktikant in den USA gelistet sein, dann ist es umsonst. Markus steht aber auf der deutschen Gehaltsrolle, daher hätte das 1000 $ kosten sollen. Zum Glück waren nur 12 Mails an 4 verschiedene Personen nötig um das zu klären. So nun hatte er seine Schulung und wollte den Zugang zum Intranet beantragen, reine Formsache, sagte man ihm. Leider steht Markus jedoch im Siemens Adressbuch als Angestellter von Siemens Professional Education drin, daher darf er, obwohl die Leute wissen dass er in Concord ist da er von dort angerufen hat, keinen Zugang für das Siemens Intranet bekommen. Nach lächerlichen 16 Mails an 5 Personen war dieses Problem auch geklärt. "Ach Herr Ries hat Ihnen niemand gesagt dass Sie auch Zugang zu der anderen Plattform benötigen um mit dem Intranet zu arbeiten?". Installieren sie doch einfach die Software XY, damit klappt es sofort. 10 Mails später haben mir die zuständigen Personen dann geglaubt, dass es die Software hier nicht gibt und nicht nur ich zu dumm bin. Am Rande: Heute kam ein Update für alle Rechner hier in Concord wo genau diese Software installiert wurde, Zufall? Nun nachdem ich die Software habe, brauch ich nur noch Schreibrechte für die entsprechenden Ordner. Dieses mal hat der Sachbearbeiter leider bemerkt, dass ich weder in den USA gelistet bin, noch bei MED, sondern bei Siemens Professional Education, eingetragen bin. Ganz gefährlich! Trotzdem haben dieses Mal 3 Mails an nur eine Person genügt. Und nun nach insgesamt 41 Mails und 3 Wochen hatte ich alle Rechte die brauche um meine Arbeit zu beginnen. Aber Fleiß wird ja belohnt, daher habe ich jetzt auch Administratorrechte für das gesamte Intranet der Onkologie-Abteilung (800 Mitarbeiter), war bestimmt gewollt. Und was meint ihr, einfach mal kurz ne Mail schreiben, kann man doch sicher leicht umstellen :-)
Dienstag, 11. Dezember 2007
Magentropfen und Waschbären
Die Wochenenden
Warum hat das dieses mal so lange gedauert bis der Kerl sich meldet? Leider sind mir keine Ausreden eingefallen, daher muss ich es wohl oder übel zugeben: Ja ich habe ein Wochenende keinen Roadtrip gemacht! Schuldig im Sinne der Anklage…. dafür sind jetzt auch alle Wochenenden bis zu meiner Heimfahrt schon verplant ;-) Gut zu dem Chill-Wochenende. Am Freitagabend in San Francisco im Kino gewesen und Samstagabends zur Siemens Weihnachtsfeier. War eigentlich ganz nett: Wirklich gutes Essen (italienisch, kubanisch, chinesisch, japanisch und indisch), Cocktail-Tische, viele Leute mit Tabletts voller Häppchen die um einen herumgeschwänzelt sind, witzige Gruppenspielchen und Casino Games – man ich hatte so ein Glück, wäre ich nur in Las Vegas gewesen…..
Letztes Wochenende waren wir dann im Six Flags Magic Mountain. Zur Info: Six Flags ist eine amerikanische Freizeitparkkette und Magic Mountain ist der größte Six Flags der USA, und damit auch gleichzeitig der weltgrößte Rollercoasterpark. Da musste ich natürlich hin! Kurz zur Orientierung, nehmt die größte Achterbahn, welche es in deutschen Freizeitparks gibt (z.B. Silverstar im Europapark): dort findet man gleich mal 14 davon. Es gibt alle Arten: normal sitzend, sitzend ohne Wagen unter sich,
liegend (wie Superman) ohne Wagen unter sich, stehend, vorwärts, rückwärts….. Einfach super! Am Samstag ging es ganz früh los, geschmeidige 330 Meilen und schon waren die 4 tapferen Krieger bei ihrem G-Kräfte-Training angekommen. Alles war perfekt: Die Sonne hat geschienen, der Park war total leer (kein Anstehen!) und Aspirin gegen Rollercoaster-Kopfweh dabei. Also los geht’s:
Top fit lässt Markus Ries das Kassenhäuschen hinter sich, gekonnt durch die Sicherheitskontrollen und, dank seiner Erfahrung, schlängelt er sich zielsicher durch die verwundenen Wege direkt zur ersten Achterbahn. Und da ist er auch schon durch die Warteschlangen hindurchgeflitzt und sitzt in der Achterbahn. Oh sehr schön in den ersten Looping, gekonnt durch den Korkenzieher und da ist er auch schon wieder aus der Bahn draußen - und man glaubt es kaum – direkt auf dem Weg zum nächsten Rollercoaster. Unglaublich! Wunderbar, wie er die leeren Anstehschlangen gerade so durchquert, als wären sie nicht da, und da ist er auch schon im Wagen, sehr schön in die Kurve, hoch, runter, hier spielt er all seine Abgeklärtheit aus, und ist auch schon wieder am Ausgang des Fahrgeschäftes. Gleich weiter zum nächsten Fahrgeschäft, geschmeidig in den Wagen und ab in die erste Kurve. Nun kommt ein gefährlicher Augenblick, doch ja er bewältigt auch die rückwärts fahrende Achterbahn ohne Problem. Doch was ist das? ohhhhhhhhhhhh nein er bricht ein, das sieht gar nicht gut aus, der Rückwärtslooping hat ihm schwer zugesetzt. Das müssen wir uns noch mal in der Zeitlupe anschauen: weiter, noch ein bisschen weiter, ahh genau hier bei 123,78 ° im Rückwärtslooping ist der Magen in die Füße gerutscht. Oh das sieht gar nicht gut aus, akute Übelkeit ………
Mein Gott, das Ding hat mich echt aus der Bahn geschmissen (man beachte das Wortspiel). Bin trotzdem alles gefahren, aber Eines hab ich gelernt. Das nächste Mal nicht nur Aspirin mitnehmen, sondern auch Magentropfen. Irgendwie hat mich der Tag echt fertiger gemacht als die Tour in den Grand Canyon :-). Dessen ungeachtet war der Tag einfach genial, auch wenn ich mir sicher bin, dass ich einen halben Liter Flüssigkeit durch Tränen im Fahrtwind verloren habe.
Das einzige was man kritisieren muss: Bei unseren Freizeitparks hat jede Achterbahn ein Thema und die gesamte Umgebung wird sehr liebevoll und detailliert nach diesem Thema gestaltet. Hier in USA ist es eher Achterbahn auf alten Parkplatz, 2 Bäume pflanzen und das war’s. Daher fehlt so ein bisschen das Freizeitparkfeeling, aber man kann nun mal nicht alles haben. Dann Richtung San Francisco aufgebrochen, in den Bergen meinen ersten Schnee dieser Saison gesehen, in einem Motel übernachtet und im Laufe des Sonntags nach Hause gekommen.
So was ist mir sonst noch passiert ist
- Eines Abends war ich ne Runde biken. Also raus aus der Vorstadt, in die „open space“ und auf den erstbesten Weg. Prompt steht da so ein lächerliches Schild „Zum Schutz der Allgemeinheit sind Mountainbikes auf Wegen schmaler als 8 inches verboten,“, aber genau da macht das doch Spaß und hier draußen gibt es keine Allgemeinheit! Also egal, schön los auf den Weg, um die erste Kurve rum.Verdammt: Pick Up samt Ranger genau vor mir. „Es ist verboten auf solch kleinen Wegen zu fahren“. „Oh das wusste ich nicht, das tut mir jetzt aber leid“. „Sie haben doch gerade an einem Schild angehalten, genau dieses Verbot gelesen und sind weitergefahren“. Oh no, der hat mich gesehen „ach Sie meinen DAS Schild, ach wissen Sie ich bin aus Deutschland, kein Gefühl für Inches, blablbalab Amerika toll, balballaba so tolle Natur hier blablbalablbl“. Schließlich hat er sich breitschlagen lassen und nur meinen Namen notiert, nächstes Mal darf ich 150 $ blechen. TOLL! Naja, dann also auf breiten Wegen weitergefahren und da höre ich in der Nähe Schüsse. Oh hier gibt es wohl Jäger, Moment! du bist in Amerika da hat jeder Idiot ne Waffe, also lieber zurück zum Ort. Natürlich hatte ich völlig Unrecht, es war kein Idiot der da rumgeschossen hat. Nein, es war ein sehr verantwortungsbewusster junger Mann, der in seinem Hintergarten wild fluchend auf Waschbären geballert hat! Kurz zu Waschbären, wisst ihr warum die so heißen! Ich wusste es nicht, im Nachhinein ist es zwar logisch aber ich finde es toll: Nehmen wir mal ihr habt einen Apfelbaum und einen Teich im Garten. Der Waschbär würde auf den Baum klettern, den Apfel runterschmeißen, den Apfel und seine Pfoten im Teich waschen und dann wird gegessen. Auf jeden Fall sind diese niedlichen (die sind so putzig) und sehr intelligenten Tiere, hier eine große Plage und deswegen ist der nette junge Mann wohl so ausgeflippt. Fairnesshalber muss ich jedoch zugeben, dass das meine erste Erfahrung mit Waffen in Kalifornien war. Außerdem haben fast alle Leute, mit denen ich bisher gesprochen habe, nicht mal ne eigene Waffe. Anderseits soll Kalifornien da auch eine Ausnahme sein.
- Falls ihr in USA mal viel Spaß haben wollt, dann geht zur Weihnachtszeit in einen Supermarkt und fragt die Verkäufer ob sie einen Adventskalender haben. Dann kann es euch schon mal passieren, dass man, nach der Erklärung was ein Adventskalender ist, sehr sehr dumm angeschaut wird. Jedoch wollen die Verkäufer hilfsbereit sein, also erklärt man die Geschichte dann 3 mal und am Schluss schauen einen 3 Verkäufer dumm an :-) Ich hasse amerikanische Banken. Hab nach 2 Monaten endlich meinen Mietausgleichscheck bekommen. Bin dann zur Bank gegangen und dann „Sie sind Ausländer und haben das Konto noch nicht so lange, daher ist das Geld erstmal 1 Woche gesperrt!“ Arggg.
- Zu guter Letzt muss ich euch etwas gestehen. Ich habe lange mit mir gerungen ob ich es euch erzählen soll, stundenlang überlegt, das Für und Wider abgewogen, Rat bei anderen Leuten gesucht, in der Bibel nachgelesen und bin schließlich zu dem Schluß gekommen dass ihr ein Recht auf eine unzensiert Berichterstattung habt. Daher: „Ja es stimmt, ich musste letzte Woche an drei aufeinander folgenden Tagen in der Früh kratzen“

Warum hat das dieses mal so lange gedauert bis der Kerl sich meldet? Leider sind mir keine Ausreden eingefallen, daher muss ich es wohl oder übel zugeben: Ja ich habe ein Wochenende keinen Roadtrip gemacht! Schuldig im Sinne der Anklage…. dafür sind jetzt auch alle Wochenenden bis zu meiner Heimfahrt schon verplant ;-) Gut zu dem Chill-Wochenende. Am Freitagabend in San Francisco im Kino gewesen und Samstagabends zur Siemens Weihnachtsfeier. War eigentlich ganz nett: Wirklich gutes Essen (italienisch, kubanisch, chinesisch, japanisch und indisch), Cocktail-Tische, viele Leute mit Tabletts voller Häppchen die um einen herumgeschwänzelt sind, witzige Gruppenspielchen und Casino Games – man ich hatte so ein Glück, wäre ich nur in Las Vegas gewesen…..
Letztes Wochenende waren wir dann im Six Flags Magic Mountain. Zur Info: Six Flags ist eine amerikanische Freizeitparkkette und Magic Mountain ist der größte Six Flags der USA, und damit auch gleichzeitig der weltgrößte Rollercoasterpark. Da musste ich natürlich hin! Kurz zur Orientierung, nehmt die größte Achterbahn, welche es in deutschen Freizeitparks gibt (z.B. Silverstar im Europapark): dort findet man gleich mal 14 davon. Es gibt alle Arten: normal sitzend, sitzend ohne Wagen unter sich,
liegend (wie Superman) ohne Wagen unter sich, stehend, vorwärts, rückwärts….. Einfach super! Am Samstag ging es ganz früh los, geschmeidige 330 Meilen und schon waren die 4 tapferen Krieger bei ihrem G-Kräfte-Training angekommen. Alles war perfekt: Die Sonne hat geschienen, der Park war total leer (kein Anstehen!) und Aspirin gegen Rollercoaster-Kopfweh dabei. Also los geht’s: Top fit lässt Markus Ries das Kassenhäuschen hinter sich, gekonnt durch die Sicherheitskontrollen und, dank seiner Erfahrung, schlängelt er sich zielsicher durch die verwundenen Wege direkt zur ersten Achterbahn. Und da ist er auch schon durch die Warteschlangen hindurchgeflitzt und sitzt in der Achterbahn. Oh sehr schön in den ersten Looping, gekonnt durch den Korkenzieher und da ist er auch schon wieder aus der Bahn draußen - und man glaubt es kaum – direkt auf dem Weg zum nächsten Rollercoaster. Unglaublich! Wunderbar, wie er die leeren Anstehschlangen gerade so durchquert, als wären sie nicht da, und da ist er auch schon im Wagen, sehr schön in die Kurve, hoch, runter, hier spielt er all seine Abgeklärtheit aus, und ist auch schon wieder am Ausgang des Fahrgeschäftes. Gleich weiter zum nächsten Fahrgeschäft, geschmeidig in den Wagen und ab in die erste Kurve. Nun kommt ein gefährlicher Augenblick, doch ja er bewältigt auch die rückwärts fahrende Achterbahn ohne Problem. Doch was ist das? ohhhhhhhhhhhh nein er bricht ein, das sieht gar nicht gut aus, der Rückwärtslooping hat ihm schwer zugesetzt. Das müssen wir uns noch mal in der Zeitlupe anschauen: weiter, noch ein bisschen weiter, ahh genau hier bei 123,78 ° im Rückwärtslooping ist der Magen in die Füße gerutscht. Oh das sieht gar nicht gut aus, akute Übelkeit ………
Mein Gott, das Ding hat mich echt aus der Bahn geschmissen (man beachte das Wortspiel). Bin trotzdem alles gefahren, aber Eines hab ich gelernt. Das nächste Mal nicht nur Aspirin mitnehmen, sondern auch Magentropfen. Irgendwie hat mich der Tag echt fertiger gemacht als die Tour in den Grand Canyon :-). Dessen ungeachtet war der Tag einfach genial, auch wenn ich mir sicher bin, dass ich einen halben Liter Flüssigkeit durch Tränen im Fahrtwind verloren habe.
Das einzige was man kritisieren muss: Bei unseren Freizeitparks hat jede Achterbahn ein Thema und die gesamte Umgebung wird sehr liebevoll und detailliert nach diesem Thema gestaltet. Hier in USA ist es eher Achterbahn auf alten Parkplatz, 2 Bäume pflanzen und das war’s. Daher fehlt so ein bisschen das Freizeitparkfeeling, aber man kann nun mal nicht alles haben. Dann Richtung San Francisco aufgebrochen, in den Bergen meinen ersten Schnee dieser Saison gesehen, in einem Motel übernachtet und im Laufe des Sonntags nach Hause gekommen. So was ist mir sonst noch passiert ist
- Eines Abends war ich ne Runde biken. Also raus aus der Vorstadt, in die „open space“ und auf den erstbesten Weg. Prompt steht da so ein lächerliches Schild „Zum Schutz der Allgemeinheit sind Mountainbikes auf Wegen schmaler als 8 inches verboten,“, aber genau da macht das doch Spaß und hier draußen gibt es keine Allgemeinheit! Also egal, schön los auf den Weg, um die erste Kurve rum.Verdammt: Pick Up samt Ranger genau vor mir. „Es ist verboten auf solch kleinen Wegen zu fahren“. „Oh das wusste ich nicht, das tut mir jetzt aber leid“. „Sie haben doch gerade an einem Schild angehalten, genau dieses Verbot gelesen und sind weitergefahren“. Oh no, der hat mich gesehen „ach Sie meinen DAS Schild, ach wissen Sie ich bin aus Deutschland, kein Gefühl für Inches, blablbalab Amerika toll, balballaba so tolle Natur hier blablbalablbl“. Schließlich hat er sich breitschlagen lassen und nur meinen Namen notiert, nächstes Mal darf ich 150 $ blechen. TOLL! Naja, dann also auf breiten Wegen weitergefahren und da höre ich in der Nähe Schüsse. Oh hier gibt es wohl Jäger, Moment! du bist in Amerika da hat jeder Idiot ne Waffe, also lieber zurück zum Ort. Natürlich hatte ich völlig Unrecht, es war kein Idiot der da rumgeschossen hat. Nein, es war ein sehr verantwortungsbewusster junger Mann, der in seinem Hintergarten wild fluchend auf Waschbären geballert hat! Kurz zu Waschbären, wisst ihr warum die so heißen! Ich wusste es nicht, im Nachhinein ist es zwar logisch aber ich finde es toll: Nehmen wir mal ihr habt einen Apfelbaum und einen Teich im Garten. Der Waschbär würde auf den Baum klettern, den Apfel runterschmeißen, den Apfel und seine Pfoten im Teich waschen und dann wird gegessen. Auf jeden Fall sind diese niedlichen (die sind so putzig) und sehr intelligenten Tiere, hier eine große Plage und deswegen ist der nette junge Mann wohl so ausgeflippt. Fairnesshalber muss ich jedoch zugeben, dass das meine erste Erfahrung mit Waffen in Kalifornien war. Außerdem haben fast alle Leute, mit denen ich bisher gesprochen habe, nicht mal ne eigene Waffe. Anderseits soll Kalifornien da auch eine Ausnahme sein.
- Falls ihr in USA mal viel Spaß haben wollt, dann geht zur Weihnachtszeit in einen Supermarkt und fragt die Verkäufer ob sie einen Adventskalender haben. Dann kann es euch schon mal passieren, dass man, nach der Erklärung was ein Adventskalender ist, sehr sehr dumm angeschaut wird. Jedoch wollen die Verkäufer hilfsbereit sein, also erklärt man die Geschichte dann 3 mal und am Schluss schauen einen 3 Verkäufer dumm an :-) Ich hasse amerikanische Banken. Hab nach 2 Monaten endlich meinen Mietausgleichscheck bekommen. Bin dann zur Bank gegangen und dann „Sie sind Ausländer und haben das Konto noch nicht so lange, daher ist das Geld erstmal 1 Woche gesperrt!“ Arggg.
- Zu guter Letzt muss ich euch etwas gestehen. Ich habe lange mit mir gerungen ob ich es euch erzählen soll, stundenlang überlegt, das Für und Wider abgewogen, Rat bei anderen Leuten gesucht, in der Bibel nachgelesen und bin schließlich zu dem Schluß gekommen dass ihr ein Recht auf eine unzensiert Berichterstattung habt. Daher: „Ja es stimmt, ich musste letzte Woche an drei aufeinander folgenden Tagen in der Früh kratzen“

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