Gut zurück zum Grand Canyon. Gestartet sind wir Mittwoch um 23:00 Uhr, zurück waren wir am Sonntag um 21:00 Uhr dazwischen lagen 2045,3 Meilen. Hört sich lange an, war es auch, Spaß hat es trotzdem gemacht. Aber der Reihe nach. Am Mittwoch los, und flugs nach nur 10 Stunden Fahrt waren wir auch schon in Las Vegas. Dort gemütlich gefrühstückt und schön den Strip entlanggelaufen. Die Stadt Vegas an sich ist viel kleiner als man erwartet, der Strip, die Straße an der alle Casinos zu finden sind, hält jedoch schon am Tag was er verspricht. Griechenland, Frankreich, Italien, Ägypten und Manhattan innerhalb von 1 Meile. Alles wirklich bis ins Detail nachgebaut., selbstverständlich in typisch amerikanischen Ausmaßen und relativ kitschig. Trotzdem beeindruckend und man sollte es sich nicht entgehen lassen, meiner Meinung nach reicht dafür aber wirklich ein Tag und eine Nacht, denn außer Casinos und Shows ist dort wirklich nichts! Gut Las Vegas hinter uns gelassen, auf dem Weg in einem kleinen Örtchen übernachtet und am nächsten Tag am Nordrand des Canyons angekommen. Das Ding ist echt unglaublich, so groß, weit, tief, verwinkelt, farbenreich und das tolle Spiel von Licht und Schatten zwischen dem Haupt- und den Seitencanyons. Echt super! Nach einigen Viewpoints wollten wir noch eine Wanderung am Canyon entlang unternehmen. Leider hat jedoch vor circa einer Woche hier ein Waldbrand gewütet, das Resultat war ein einfach beschissner Wanderweg, überall lag circa 20 cm Asche und teilweise hat auch noch etwas gekokelt. Natürlich nicht so schön zum wandern, außer man ist etwas pyromanisch veranlagt, dann wird der Wald nämlich ein riesen Spielplatz :-).
Dann weiter mit dem Auto zum Südrand, obwohl dieser nur 17 Meilen Luftlinie entfernt ist, muss man einen 170 Meilen Umweg fahren um ihn zu erreichen. Aber die Fahrt hatte es echt in sich: Vollmond, rötliches Gebirge und Sonnenuntergang harmonieren einfach zu gut zusammen. Nebenbei konnte man sich auch noch mit sinnlosen Kletterrein etwas austoben. Nochmals in der Nähe des Südrandes übernachtet und jetzt kommt der Knackpunkt falls man so dumm ist und mir die Planung anvertraut *böser hexenartiger Lacher der durch Mark und Bein geht*. Nächster Morgen 3:30, Wecker klingelt, ab ins Auto 1,5 Stunden fahren, schließlich will man zum Sonnenaufgang bei minus 8 Grad und sehr starken Wind am Canyon sein um danach einen schöne 25 km lange Wanderung mit 1200 Höhenmeter zum Grund des Canyons zu unternehmen. Und genau das kann ich jedem nur empfehlen, dieser Canyon ist schon am Rand sehr beeindruckend, doch seine ganze Pracht und Schönheit entfaltet er erst wenn man ein Stück hineinläuft und somit die waren Ausmaße erahnen kann. Der Trail an sich ist auch traumhaft, in vielen Serpentinen geht es durch immer anders farbigen Sand hinab Richtung Fluß, hinter jeder Ecke erwartet einen ein neuer grandioser Ausblick und man gerät einfach ins staunen wie ein Fluss so etwas Riesiges schaffen kann. Noch so ein paar Erfahrungen am Rande
1.Angst schult die Sinne: 800 Meilen Heimfahrt, 10 mph über Speedlimit spart 2 Stunden Fahrtzeit, trotzdem Angst vor den Cops, die jedoch alle das exakt gleiche Auto haben
-->„Ne brems nicht die Rücklichter sind zu weit auseinander das ist kein Cop“
-->„Ne die Frontlichter sind zu hell für nen Cop“
-->„So ne Silhouette: vergiss es nie ein Cop“
2.Zaunverkäufer müsste man sein: An jedem verdammten Highway, Freeway und sonst irgendwie geteerten Weg gibt es am Rand einen Zaun. Auch wenn es 250 verdammte Meilen durch eine menschenleere, vertrocknete und absolut karge Wüste geht. Der Zaun begleitet einen immer. Sinn?
3.Zuhause ist da, wo man sich wohl fühlt: Egal wie weit man durch irgendeine Wüste, oder sonst was fährt, auch wenn der nächste Supermarkt Minimum 90 Meilen entfernt ist und es weder Vieh, Felder, Wasser noch sonst irgendwas gibt. Eines gibt es immer: einen Idioten der dort in seinem verdreckten Trailer wohnt.
4.Amis sind Marketing Genies: Folgende Werbung auf einem riesen Schild neben dem Highway „Sind sie hungrig, dann ab zu ….. dort gibt es die besten Burger weit und breit“. An sich keine schlechte Idee, man fährt schon lange, man ist hungrig oder hat einfach langweile; da kommt doch so ein Burger wie gerufen. Weiter im Text „ Nimm die Ausfahrt ……, in 105 Meilen!“. Hallo? Oh jetzt habe ich Heißhunger, aber ich werde 105 Meilen warten, denn diese eine Ausfahrt hat sich in mein Gehirn eingebrannt und ich will nur noch diesen einen Burger, die 100 anderen Fastfood Läden die bis dorthin kommen, interessieren mich nicht!“.
5.Was ist der perfekte Indikator um in USA Siedlungen in Dorf, Kleinstadt oder Stadt aufzuteilen? Einwohner?, ne ne Fast Food Läden: 1-5 Fast Food Läden = Dorf; 5-30 Fast Food Läden = Kleinstadt…
6. Ich bin auf der Route 66 gefahren :-)