Sonntag, 28. Oktober 2007

Erste Erfahrungen in San Francisco

So, mal wieder ein kleines Update aus dem sonnigen Kalifornien. Zu aller erst zwei wichtige Regeln, welche man hier als Praktikant befolgen sollte. Erstens: „Don’t be gentle it’s a rental“ und zweitens „Frag dich nie was dieser Leihwagen für einen Sprit benötigt, sondern tank einfach das billigste“ :-). Diese Woche hatte ich einen Gesundheitsflash, ich wollte was Frisches und Natürliches essen. Also munter zum Supermarkt, Obstabteilung, hmm was nehme ich denn, oh ja ne fette Wassermelone, wiegen, Zettel draufpappen, zur Kasse schlendern, dabei mal kurz auf den Zettel schauen, 21 $ !!!!, Sandwich für 3 $ gekauft :-). Ach ja, es gibt hier Hamburger in der Dose.
Sonst war ich diese Woche öfters mal in SanFran (Frisco sagen nur die Touris ;-) ) und habe mir die Stadt das erste mal so richtig angeschaut. Vorsicht, jetzt werde ich ins schwärmen geraten; ich kann nur sagen, echt genial. In Downtown findet man typische amerikanische Hochhäuser, doch dahinter diese vielen kleinen Häuser im viktorianischen Baustiel, durch welche die Stadt nicht so protzig und überfüllt wie andere Großstädte wirkt. Stattdessen entwickelt sich eine ganz eigene Atmosphäre, welche eine große Gelassenheit und Gemütlichkeit ausstrahlt. Die Einwohner wirken sehr locker & entspannt, an vielen Ecken gibt es Livemusik, immer eine leichte Briese vom Meer und dazu noch die vielen Hügel über die sich die Stadt erstreckt; mischt man all diese Zutaten zusammen kommt eine wirklich bezaubernde Stadt mir ihrem ganz eigen Flair und Charakter heraus. Und um das alles noch zu verstärken, der für San Francisco so typische Nebel, welcher sich in den frühen Morgenstunden langsam vom Land, über die Hügel hinweg, zum Wasser zurückzieht (klingt jetzt zwar ein bisschen übertrieben, aber wer schon mal hier war wird mir recht geben).


Zurück zu den Hügeln; zu aller erst ist man hier wirklich froh Automatik zu haben, ich bin mir sicher bei Handschaltung hätte die Kupplung sehr gelitten da es so unglaublich steil ist, jedoch war dies leider nicht die einzige Lektion. Gestern war klein Schnubbi alleine in San Francisco unterwegs und hat sein Auto brav an einem der berüchtigten Berge abgestellt. Ich steige also aus und schlendere gerade von meinem Auto weg. Plötzlich höre ich hinter mir „wiuwiuwiuwiuwiuwiu“. Richtig, die Polizei oder besser gesagt das SFPD. Die wollen nichts von dir; das ist nur zufall; „Excuse me sir“; verdammt!; ich drehe mich um und da kommt auch schon ein Polizist - nein besser – ein Cop auf mich zu. Natürlich habe ich Glück, es ist kein donut-fressender-schwabelbauch-simpsons-cop, sondern eher eine stirb-langsam-&-van-diesel-glatzkopfen-cop. Irgendwie musste ich dann an den passenden Scatch vom Michael Mittermeier denken und hatte die Hosen ziemlich gestrichen voll. Zum Glück konnte ich ihn davon überzeugen, dass ich noch nicht wusste, dass man in San Francisco immer wenn man am Hügel parkt seine Reifen voll einschlagen muss (falls Auto zu rollen anfängt bleibt es gleich am Gehsteig hängen). Ebenso darf man ab einer bestimmten Steigung nur noch schräg zum Berg parken. Die Tatsache, dass ich ein dummer Deutscher weit weg von zuhause bin hat mich davor bewahrt eine saftige Strafe (500-1000 $) zu kassieren, stattdessen habe ich nur eine mündliche Belehrung erhalten. Neben den typischen Touristenaktivitäten, war ich Samstagabend noch in einem der 380! verschiedenen Clubs auf einer der 380! verschiedenen Halloween Parties. War ein relativ kleiner, aber sehr cooler Club, hier durfte ich auch lernen wie es wirklich aussieht wenn Leute auf HipHop abgehen und sie auch noch dazu tanzen können, einfach nur der Hammer!

Für alle Jungs (& Claudi) noch ne Info, bin letzte Woche noch kurz nen Mustang gefahren, ganz einfach: 4,0 l + 220 PS + Heckantrieb + rental! = Spaß. An dieser Stelle muss ich noch etwas beichten, ich freue mich jedesmal wenn eines dieser geilen amerikanischen Feuerwehrautos mit Sierene und Blaulicht an mir vorbei fährt, die sind so geil. Jedoch haben die ja nicht ohne Grund einen Einsatz…

Montag, 22. Oktober 2007

Mount Whitney Weekend

Zu aller Erst, falls ihr mal in USA in einem Supermarkt geht ,die Kassieren irgendetwas komisches fragt und ihr sie nicht versteht, dann bloß nicht einfach mal ja sagen weil ihr keine Lust habt nachzufragen. Es könnte nämlich sein, dass sie gefragt hat ob die Tomaten organic sind (was so viel heißt wie Bio) und somit 5 Tomaten 7 $ gekostet haben. Insgesamt sind Lebensmittelpreise sehr ambivalent, ein Burger Menü kostet 5 $ aber 1 Liter Milch bekommt man nicht unter 2,5 $, außerdem braucht man für jeden Supermarkt so ne Clubkarte, denn damit kostet alles circa 15 % weniger und natürlich sind alle Preise immer netto angegeben.

OK zum Wochenende, ich bin mit einem anderen Intern, 400 Meilen zur Sierra Nevada gefahren um dort Mount Whitney, den höchsten Berg der USA (abgesehen von Alaska), zu besteigen. Die Fahrt dorthin war schon der Hammer, die Autobahn ging mitten durch den Yosemite National Park und ich hätte an jeder zweiten Ecke anhalten können um ein Bild von der unglaublichen Landschaft zu machen. Auf der Autofahrt habe ich aber vor allem zwei Dinge gelernt. 1. Man kann ein Auto über 120 Meilen mit nur 3 Tasten fahren (Tempomat ein, Tempomat erhöhen, Tempomat verringern) und Ranger in National Parks können deine Geschwindigkeit auch bestimmen, wenn Sie dir nachts im Pike Up, welchen man nicht als Ranger-Fahrzeug erkennt, entgegen kommen. Die fahren einem nämlich nach, wollen die Fahrzeugpapiere sehen und brummen dir ne Strafe von 205 $ auf, da du 21 Meilen zu schnell warst (zum Glück war nicht ich der Fahrer). In der Sierra Nevada angekommen, haben wir uns unsere Bear Box geholt, dass ist eine Box in dem das Essen einschlossen wird und dann circa 50 feet vom Zelt entfernt abstellt wird. Denn so müht sich der Bär nur vergeblich ab die Box aufzubekommen und lässt dich, zumindest wenn du kein Essen im Zelt versteckt hast, in Ruhe. Man darf auch kein Essen im Auto zurück lassen, sonst macht der Bär den Kofferraum auf und holt sich sein Fressen, wobei Bären zum Öffnen einfach mal die ganze Heckklappe vom Auto entfernen. Nachdem alle Vorbereitungen getroffen waren, starteten wir von Rund 2200 Meter Höhe mit unseren 16 Kilogramm Gepäck zu dem 4418 Meter hohen Mount Whitney. An diesem Tag steigen wir jedoch nur auf 3600 Meter auf, um eine Nacht im Trailcamp zu zelten. Anfang ging der Aufstieg echt super, doch dann ab 3200 Meter machte sich die Höhe bemerkbar, Kopfschmerzen, selbst wenn man stehen bleibt will der Puls nicht so wirklich sinken, in der Nacht nie einen Ruhepuls unter 85 und alles geht so viel schwerer als normal. Nach circa 6 Stunden Aufstieg kamen wir am Trail Camp an und schlugen unser Zelt in einer wunderbaren Felsenkulisse auf. Wobei Trail Camp einfach nur bedeutet, hier ist der Trail, da sind Felsen und dazwischen ein paar Sandflecken, also schlaft hier. Dann die Nacht, - 12 ° C, ok darauf waren wir eingestellt, Windgeschwindigkeiten so um die 50 km/h mit Böhen bis zu 90 km/h, das hat die Sache dann doch etwas ungemütlich gemacht. Trotzdem konnte ich so um 20 Uhr relativ schnell einschlafen, bin leider aber nachts um 23:00 Uhr wieder aufgewacht. Zuerst zu der Situation: Im Schlafsack war es warm, im Zelt selber jedoch hatte es weiter unter 0 ° C, die circa 15 anderen Bergesteiger, welche hier auch noch gecampt haben, waren 200 Meter weg, der Wind hat das Zelt zu den unwirklichsten Geräusche veranlasst ,außerdem konnte das Zelt, je nach Windrichtung der momentan Böhe, sein Volumen innerhalb von 10 ms um 50 % reduzieren, natürlich war es dunkel, Sierra Nevada ist auch noch ein bisschen anders wie Alpen, kein Handynetz, keine Bergwacht, nächstes bewohnter Ort 30 Meilen und 3000 Höhenmeter entfernt. Soviel zu den Fakten, nun zu meinem Gedanken: 23:11 steht auf meinem Handy; was war das?; nur der Wind du Idiot; oder vielleicht doch ein Bär?; welches Geräusch war das jetzt; wind! denk doch mal mit du Weichei; ahh was war da an meinem Kopf; ach nur ne Böhe die das Zelt etwas verformt hat; bewegt sich da was; man das ist nur ne Schnur die vom Wind ein bisschen rumfliegt bist du ein Kind oder was?; was hat der Ranger noch mal gesagt: ist es ein Schwarzbär dann groß machen und schreien damit er wegrennt, ist es ein Grizzly einfach tot stellen; was oh man hoffentlich muss ich nicht aufs Klo alleine gehe ich da nicht raus; jetzt denken wir doch mal rational: da draußen ist nichts verstehst du!; schauen wir mal aufs Handy jetzt ist bestimmt schon viel später, 23:13 Uhr…..(zu meiner Verteidigung meinem Kollegen ging es ähnlich)
Man war ich froh als ich irgendwann eingeschlafen war. 3:30 Uhr, Wecker klingelt also raus aus dem Schlafsack und die inzwischen steif gefrorene Kleidung anziehen, kurz zur Bear Box (die natürlich noch genau so dasteht, wie ich sie gestern Abend abgestellt habe, da natürlich kein Bär in der Nähe war) und frühstücken, dann das Eis im nahe gelegenen See einschlagen um Trinkwasser zu holen, Stirnlampe an, Steigeisen angezogen und auf zu den 99 Swichtbacks Richtung Gipfel. Glücklicherweise hat der Wind irgendwann zwischen meinen Panikattacken und dem Aufstehen nachgelassen und so begonnen wir unseren Aufstieg unter einem grandiosen Sternenhimmel. Der Aufstieg ging an sich relativ gut, da wir uns schon mehr an die Höhe gewöhnt waren und der Schnee noch hart und somit griffig war. Um 7:00 Uhr konnten wir dann auf 4300 Meter einen grandiosen Sonnenaufgang genießen, der Ausblick war einfach gigantisch, leider kann keine Kamera der Welt solche Moment festhalten. Nun wäre es circa noch 2 Meilen am Grad entlang bis zum Gipfel gewesen, jedoch entschieden wir uns das lieber sein zu lassen, da es einige wirklich eisige und extrem enge Passagen gab, die direkt an einem 800 Meter Abhang entlang führen. Wenn man bedenkt, dass andere Helme, Eispickel, Funkgeräte dabei hatten und in Seilschaften gingen und andere schon davor wegen der Höhe aufgegeben haben, hatten wir einfach zu wenig Erfahrung, daher liebe wieder sicher ins Tal zurück, als zu viel zu riskieren Also die 9 Meilen zurück ins Tal wandern, den Sonnenuntergang im National Park bestaunen und dann nichts wie heim und ab ins Bett und schön ausschlafen und zwar ohne Wind und Bären :-) Nichtsdestotrotz war es eine äußerst gelungene Tour mit einem grandiosen Ausblick. Heute habe ich jedoch als Erinnerung vor allem Muskelkater und viele Blasen am Fuß :-)
Hier ein kleines Video vom Gipfel und ein paar Fotos, mehr findet ihr im Studivz
d



Donnerstag, 18. Oktober 2007

Internet-Odyssee

Folgendes Problem: Meine Host-Family hat zwar Internet aber nur über Kabel und daher hatte ich bisher nichts in meinem Zimmer, daher musste jetzt W-Lan her. Also einfach einen Acces Point gekauft hinter das Modem gehängt und fertig. Guter Dinge ging ich frisch ans Werk, meine Vermieter sind 4 Stunden weg da werde ich es schon hinbekommen kann ja nicht so viele anderes als in Deutschland sein; erstmal das Telefonkabel raus und zack ist es schon draußen, was steht denn da drauf „remove never, connection will be broken“, Upps, naja das Kabel da hin, das hier hin, mal testen, geht nicht, dann halt das Kabel ….. noch 2 Stunden bis sie wiederkommen … welches Kabel war da noch mal drin, ach ja das, oder war es das …1,5 Stunden bis Vermieter wieder kommen … naja versuch ich es morgen noch mal, lieber alles wieder so machen wie es zuvor war, das hier, jenes Kabel dort, gut alles steckt wieder, mal testen, TV geht nicht mehr, Internet nicht mehr, Telefon nicht mehr, ohoho, erste Schweißausbrüche, ok beruhig dich und überlege, ah ja das war so und das so …noch 30 Minuten bis zur Deadline ….. da fehlt doch ein Kabel, oh nein, das habe ich hinter den Schrank gezogen, streck, Hand hinter Schrank zwängen, Lineal, Brotmesser, Kleiderbügel, ne das wird wohl nichts … noch 20 Minuten….. Angstschweiß, ok ich muss den Schrank ausräumen und ihn durchs Zimmer schieben, Kabel wieder drin, alles geht wieder, nur der Schrank steht mitten im Raum und der Inhalt liegt noch draußen …5 Minuten bis zur Ankunft … schnell, schneller, noch schneller, fertig, klasse nur 4 Stunden gearbeitet und alles wie davor …. Und schon geht die Tür auf und die Vermieter sind da, „hey Markus is the internet working now?“, „No I had some little problems“….
Jetzt geht es auf jeden Fall, kurze Zusammenfassung für die technisch interessierten: Kein DSL sondern über TV-Kabel, IP werden von der Firma vergeben und die lassen auch immer nur eine Mac-Adresse pro Anschluss zu. Also muss man die Firma anrufen, dass die das umstellt, denn selber das Modem einstellen kann man nicht, das macht die Firma über das Kabel.

Dienstag, 16. Oktober 2007

Das erste Wochenende und 2 Dummheiten


Bin gerade mal eine Woche hier und habe es schon geschafft mich für den San Francisco Halbmarathon und für die Besteigung des Mount Whitney anzumelden, schauen wir mal was ich von dem Zeug alles so schaffen werde. Mal sehen.
Am Freitagabend waren wir bei einem Intern der hier schon seit 8 Monaten ist, zuhause und haben den ganzen Abend im Backyard in seinem Jacossi gesessen. Daher ein eher entspannter und ruhiger Ausklang meiner ersten Arbeitswoche. Am Samstag waren wir dann abends in Berkley, einer reinen Studentenstadt ganz in der Nähe von Concord unterwegs, und haben dort ein bisschen das Nachtleben und die Bars erkundet. Waren auch in einer Kneipe die ihre eigene Brauerei dabei hat und auch so ein Bier verkauft, dass sie aus irgendeinem mir nicht nachvollziehbaren Grund Weizen nennen. Am nächsten morgen ging es dann zum Body Boarden nach Santa Cruz und zwar im Cabrio auf dem legendären Highway 1, welcher uns 1,5 Stunden lang direkt an der Pazifikküste entlang geführt hat, echt traumhafte Straße. Dann in Santa Cruz angekommen, waren wir ein bisschen Bodyboarden, was jedoch nur mit Wet Suite möglich war, da auf Grund einer kalten Meeresströmung das Wasser nie mehr als 14 Grad hat. Spaß gemacht hat es trotzdem. Auf dem Rückweg noch kurzer Stopp in der Great Mall um ein bisschen in den Outlets zu shoppen und dann auch schon ab ins Bett, denn am Montag heißt es ja wieder arbeiten

Die Aufgabe

Wie gesagt Logistik, das bedeutete Kundenauftrag kaufmännisch und technisch klären, Produktion veranlassen, Versand und Installation organisieren und am Ende abrechnen. Das Problem, die gesamte Produktion wurde letztem Jahr von Kalifornien in die schöne Oberpfalz verlegt und daher geht alles drunter und drüber. Die Lösung: ich J Ich soll mir anschauen wie sie arbeiten, dann dazu das gesamte Prozesshaus mit Prozessen und Arbeitsanweisungen erstellen und danach optimieren. Wie ich das mach: völlig mein Problem. Daher ganz gut da ich wirklich viel Freiheit habe und wenigstens etwas machen darf, was auch echt Sinn hat.

Büro & Co

Ich sitz hier in der Logistik von Siemens MED OCS (Strahlentherapie für Krebs) und teile mir mein Büro mit 7 amerikanischen Damen. Meine Chefin ist Deutsche und leitet den Haufen. Das heißt 8 Frauen und ich, sind aber alle wirklich nett und ihr könnt euch wohl lebhaft vorstellen was in dem Laden so los ist. Ansonsten ist das Büro typisch USA, das bedeutet lauter kleine Kubuse welche mit wunderschönem kackbraunen Stoff bezogen sind und sich dicht an dicht aneinanderdrängen. Unbeschreiblich hässlich, und in solch einem Büro lernt man auch wirklich erstmal den Sinn der deutschen Arbeitsschutzlinie „Jeder Schreibtisch muss einen Blick auf ein Fenster in die Natur, oder sagen wir eher in die Freiheit, haben“ zu schätzen. Das coolste ist aber das einige Mitarbeiter einen Art Rückspiegel an ihrem Monitor haben damit sie auch ja sehen wenn jemand ihren heiligen Kubus betritt.
Sonst gibt es eine typisch amerikanische Kantine mit lauter ungesundem Essen und einer richtigen dunkelhäutigen fat mama am Grill :-) Es sind während meiner Zeit auch noch 5-7 andere Interns da, daher wird es mir wohl auch nicht langweilig werden.
Das Bild stammt von ner Weltkarte im Büro, können die Amis wohl nicht verlieren :-)

Typisch amerikanisch

Auch in San Francisco kann es im Winter relativ kalt werden, aber warum sollte man ein Haus auch besser isolieren als einen Schuhkarton, man kann doch einfach heizen wie ein Blöder. Und was ist schon Porzellan und Glas, man kann in der Kantine doch auch einfach Wegwerfgeschirr verwenden. Mediterranes Klima, im Sommer 6 Monaten kein Regen, kein Problem man kann doch Hektoliterweise die Wiesen bewässern. Und ich finde es auch gut dass die Autos hier ein bisschen größer sind, es ist einfach ein schönes Bild wenn ein Audi Q 7 oder ein 7er BMW nicht auffallen weil sie so klein sind. Und wirklich warum sollte man einen Pick up nicht mit einem 8,5 Liter Motor ausstatten und auf der Hinterachse doppelte Reifen haben (ihr wisst schon so zwei nebeneinander wie bei einem Bus) dann kann man auch sagen ich habe insgesamt hinten 530*80 R22 drauf, natürlich mit Chromfelge. Und wenn man schon ein Sandwich macht warum denn nicht mit 3 Lagen Schinken, 3 Lagen Salami und 3 Lagen Käse. In Amerika sind die Möglichkeiten auch so unbegrenzt, dass man auf den Steuerformularen angeben muss zu welcher Rasse man gehört und bei jeder Hauskaufseite auch gleich die Hood J in ihrer ethnischen Herkunft aufgegliedert wird. Und warum sollte man auch Schilder aufstellen die einem orientierungslosen Deutschen helfen den Weg zu finden, es reicht doch wenn man anschreibt North, South, West and East. Und es ist auch wirklich nicht verwirrend wenn es in einer einzigen Stadt Tadon Boulevard, Tadon Drive, Tadon Circus, Tadon Street, Tadon Road gibt.

Umgebung

Einfach zu krass. Ich wohne in einer Vorstand von San Francisco namens Concord, sagen wir mal Concord hat circa ¾ der Einwohner von Paderborn, das stört jedoch die Amis nicht wirklich schöne 3-5 spurige Straßen durch den Ort zu ziehen und selbst die kleinen Straßen die zu den Häusern führen, ich würde mal sagen bei uns wären das Spielstraßen, haben die Breite einer ausgewachsenen deutschen Bundesstraße. Ich schildere euch mal meinen Arbeitsweg (7 miles). 3 spurige Stadtstraße, 5 spurige Stadtstraße, 7 spuriger Highway, Wechsel auf 5 spurigen Highway und nochmals Wechsel auf einen 4 spurigen Highway.
Ok ich wusste schon davor, dass das Auto in den USA sehr wichtig ist, aber ich hab mal von Anfang der Woche bis zum Freitag gezählt wie viel Fußgänger ich auf dem Weg zur Arbeit und zurück sehe, na ratet mal…… sieben!!!!!, ist das nicht mal krass! Sonst sind aber viele Berge außenrum welche sogar in Joggdistanz liegen und daher von mir schon kräftig erkundet werden.

Haus und Auto

Meine Wohnsituation ist wie folgt, ich lebe mit Sam & Sonia, ein älteres Ehepaar, zusammen in ihrem Haus. Hab hier mein eigenes Zimmer und mein eigenes Bad und darf sonst auch alles mitbenutzen was ich will. Hört sich jetzt am Anfang sehr strange an, ne WG mit Rentnern, ist aber an sich gar nicht so schlimm. Erstens sind sie absolut nett zu mir (ich werde bekocht J) und sie kümmern sich sonst auch ganz lieb um mich, außerdem sind sie mal den ganzen November in Palm Springs in ihrem zweiten Haus und dann heißt es Schnubbi allein zuhause. Was vielleicht auch bemerkenswert für Amis ist; es gibt jeden Tag Salat und Obst, die zwei waren schon 10 mal in Europa, in China und Japan und in ihrem Bücherregal findet man Plato und Aristoteles. Das Haus gehört auch noch zu so ner Community deren Pool man benützen darf, daher alles ganz nett. Eine andere Art von wohnen wäre hier auch nicht möglich, da es keine möblierten Appartements gibt die man anmieten kann, daher ist das alles vollkommen ok. Siemens hat mir hier auch ein Auto zur Verfügung gestellt, natürlich typisch amerikanisch 3,3 Liter, 270 PS, Automatik, 10 Liter schon verbraucht wenn man nur den Zündschlüssel umdreht und die Tatsache dass es ein Leihwagen ist fördert wohl eher den Verschleiß der Reifen :-)

Flug

So nachdem ich mich bis jetzt zurückgehalten habe mit Geschichten und Erzählungen geht es jetzt richtig los. Jch werde es ein bisschen in Kapitelchen einteilen damit es nicht so lange wird

Montag 6:30 Abflug von Nürnberg über Paris nach San Francisco, über den Abschied von Vivien werde ich jetzt nicht viele Worte verlieren, wer mich kennt weiß was da los war ;-). Zu aller erst mit einer 50-Mann Maschine nach Paris, in der man nicht mal Handgepäck mit rein nehmen kann, weil sie zu klein ist. Zum Flug selber, nach dem Schokocroissant eingeschlafen und mit der Landung in Paris wieder aufgewacht, daher ganz gut, besonders weil alle anderen Passagiere gemeint haben, dass es unheimlich turbulent war und sie schon lange nicht mehr so einen schlimmen Flug hatten, naja ich hab geschlafen. Der Charles de Gaule Flughafen ist wirklich riesig und unheimlich stylisch eingerichtet, ich hab es mir auf so coolen Lümmelsesseln
bequem gemacht und ganz brav meine Maschine kurz fotografiert, da springt plötzlich vor mir so ein kleiner Japaner auf und regt sich tierisch auf „don’t point this camera on me, don’t point“ nachdem er das circa 20 mal gequasselt hatte und dabei wie ein HB-Männchen rum gesprungen ist, hab ich ihm mal gezeigt was ich wirklich fotografiert habe, darauf hin durfte ich mir 20 mal „I am so sorry“ anhören ich hoffe er rammt sich jetzt nicht ein Schwert in den Bauch um seine Ehre zu retten. Dann weiter von Paris nach San Francisco für 10 Stunden in einer Air France Maschine, dazu kann ich nur sagen: Kein eigener Fernseher im Sitz, nur ein Film und eher mittelmäßiges Essen, ich beneide alle Emirates und Singapur Flieger. Aber was soll’s nun bin ich ja am Ziel in San Francisco….