OK zum Wochenende, ich bin mit einem anderen Intern, 400 Meilen zur Sierra Nevada gefahren um dort Mount Whitney, den höchsten Berg der USA (abgesehen von Alaska), zu besteigen. Die Fahrt dorthin war schon der Hammer, die Autobahn ging mitten durch den Yosemite National Park und ich hätte an jeder zweiten Ecke anhalten können um ein Bild von der unglaublichen Landschaft zu machen. Auf der Autofahrt habe ich aber vor allem zwei Dinge gelernt. 1. Man kann ein Auto über 120 Meilen mit nur 3 Tasten fahren (Tempomat ein, Tempomat erhöhen, Tempomat verringern) und Ranger in National Parks können deine Geschwindigkeit auch bestimmen, wenn Sie dir nachts im Pike Up, welchen man nicht als Ranger-Fahrzeug erkennt, entgegen kommen. Die fahren einem nämlich nach, wollen die Fahrzeugpapiere sehen und brummen dir ne Strafe von 205 $ auf, da du 21 Meilen zu schnell warst (zum Glück war nicht ich der Fahrer). In der Sierra Nevada angekommen, haben wir uns unsere Bear Box geholt, dass ist eine Box in dem das Essen einschlossen wird und dann circa 50 feet vom Zelt entfernt abstellt wird. Denn so müht sich der Bär nur vergeblich ab die Box aufzubekommen und lässt dich, zumindest wenn du kein Essen im Zelt versteckt hast, in Ruhe. Man darf auch kein Essen im Auto zurück lassen, sonst macht der Bär den Kofferraum auf und holt sich sein Fressen, wobei Bären zum Öffnen einfach mal die ganze Heckklappe vom Auto entfernen. Nachdem alle Vorbereitungen getroffen waren, starteten wir von Rund 2200 Meter Höhe mit unseren 16 Kilogramm Gepäck zu dem 4418 Meter hohen Mount Whitney. An diesem Tag steigen wir jedoch nur auf 3600 Meter auf, um eine Nacht im Trailcamp zu zelten. Anfang ging der Aufstieg echt super, doch dann ab 3200 Meter machte sich die Höhe bemerkbar, Kopfschmerzen, selbst wenn man stehen bleibt will der Puls nicht so wirklich sinken, in der Nacht nie einen Ruhepuls unter 85 und alles geht so viel schwerer als normal. Nach circa 6 Stunden Aufstieg kamen wir am Trail Camp an und schlugen unser Zelt in einer wunderbaren Felsenkulisse auf. Wobei Trail Camp einfach nur bedeutet, hier ist der Trail, da sind Felsen und dazwischen ein paar Sandflecken, also schlaft hier. Dann die Nacht, - 12 ° C, ok darauf waren wir eingestellt, Windgeschwindigkeiten so um die 50 km/h mit Böhen bis zu 90 km/h, das hat die Sache dann doch etwas ungemütlich gemacht. Trotzdem konnte ich so um 20 Uhr relativ schnell einschlafen, bin leider aber nachts um 23:00 Uhr wieder aufgewacht. Zuerst zu der Situation: Im Schlafsack war es warm, im Zelt selber jedoch hatte es weiter unter 0 ° C, die circa 15 anderen Bergesteiger, welche hier auch noch gecampt haben, waren 200 Meter weg, der Wind hat das Zelt zu den unwirklichsten Geräusche veranlasst ,außerdem konnte das Zelt, je nach Windrichtung der momentan Böhe, sein Volumen innerhalb von 10 ms um 50 % reduzieren, natürlich war es dunkel, Sierra Nevada ist auch noch ein bisschen anders wie Alpen, kein Handynetz, keine Bergwacht, nächstes bewohnter Ort 30 Meilen und 3000 Höhenmeter entfernt. Soviel zu den Fakten, nun zu meinem Gedanken: 23:11 steht auf meinem Handy; was war das?; nur der Wind du Idiot; oder vielleicht doch ein Bär?; welches Geräusch war das jetzt; wind! denk doch mal mit du Weichei; ahh was war da an meinem Kopf; ach nur ne Böhe die das Zelt etwas verformt hat; bewegt sich da was; man das ist nur ne Schnur die vom Wind ein bisschen rumfliegt bist du ein Kind oder was?; was hat der Ranger noch mal gesagt: ist es ein Schwarzbär dann groß machen und schreien damit er wegrennt, ist es ein Grizzly einfach tot stellen; was oh man hoffentlich muss ich nicht aufs Klo alleine gehe ich da nicht raus; jetzt denken wir doch mal rational: da draußen ist nichts verstehst du!; schauen wir mal aufs Handy jetzt ist bestimmt schon viel später, 23:13 Uhr…..(zu meiner Verteidigung meinem Kollegen ging es ähnlich)
Man war ich froh als ich irgendwann eingeschlafen war. 3:30 Uhr, Wecker klingelt also raus aus dem Schlafsack und die inzwischen steif gefrorene Kleidung anziehen, kurz zur Bear Box (die natürlich noch genau so dasteht, wie ich sie gestern Abend abgestellt habe, da natürlich kein Bär in der Nähe war) und frühstücken, dann das Eis im nahe gelegenen See einschlagen um Trinkwasser zu holen, Stirnlampe an, Steigeisen angezogen und auf zu den 99 Swichtbacks Richtung Gipfel. Glücklicherweise hat der Wind irgendwann zwischen meinen Panikattacken und dem Aufstehen nachgelassen und so begonnen wir unseren Aufstieg unter einem grandiosen Sternenhimmel. Der Aufstieg ging an sich relativ gut, da wir uns schon mehr an die Höhe gewöhnt waren und der Schnee noch hart und somit griffig war. Um 7:00 Uhr konnten wir dann auf 4300 Meter einen grandiosen Sonnenaufgang genießen, der Ausblick war einfach gigantisch, leider kann keine Kamera der Welt solche Moment festhalten. Nun wäre es circa noch 2 Meilen am Grad entlang bis zum Gipfel gewesen, jedoch entschieden wir uns das lieber sein zu lassen, da es einige wirklich eisige und extrem enge Passagen gab, die direkt an einem 800 Meter Abhang entlang führen. Wenn man bedenkt, dass andere Helme, Eispickel, Funkgeräte dabei hatten und in Seilschaften gingen und andere schon davor wegen der Höhe aufgegeben haben, hatten wir einfach zu wenig Erfahrung, daher liebe wieder sicher ins Tal zurück, als zu viel zu riskieren Also die 9 Meilen zurück ins Tal wandern, den Sonnenuntergang im National Park bestaunen und dann nichts wie heim und ab ins Bett und schön ausschlafen und zwar ohne Wind und Bären :-) Nichtsdestotrotz war es eine äußerst gelungene Tour mit einem grandiosen Ausblick. Heute habe ich jedoch als Erinnerung vor allem Muskelkater und viele Blasen am Fuß :-)
Hier ein kleines Video vom Gipfel und ein paar Fotos, mehr findet ihr im Studivz
d

5 Kommentare:
Das ist so WUNDERSCHOEN!!!
HEFTIG!!!
Wenn ich auch son Freak wär wie du, dann würd ich vllt. hier auf den Popocatépetl (5400m Hoch und ca. 70km von Mex. City weg) klettern... aber das lass ich mal lieber...=)
Hey Markus,
echt krasse Bilder. Das ist eine tolle Landschaft.
Mal was anderes: soll das Titelbild eigentlich deine Wohnung mit Blick auf die Golden Gate Bridge darstellen oder möchtest du nur über unspektakuläre Tatsachen hinwegtäuschen ;-)
Ne natürlich nicht, unbezahlbar, ich fand es einfach cool...
Good Job!: )
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