Sonntag, 20. Januar 2008

Besuch...

Ich bin nicht schuld, mein Besuch aus Deutschland hat mich einfach so auf Trab gehalten, dass ich keine Zeit hatte zu schreiben. Doch jetzt ganz langsam und von Vorne. Am 27.12 kam endlich der ersehnte Tag, am Abend landeten Eibi, Claudi und natürlich Vivien. Eibi und Claudi blieben 9 Tage, Vivien riskierte es gleich 21 Tage in den USA zu verbringen. Somit reisten wir die erste Zeit zusammen durch die Gegend, danach machte ich mit Vivien alleine die Highways unsicher. Zu aller erst, die Zeit war einfach toll aber ich war am Ende total fertig. Entweder auf Roadtrips unterwegs sein oder arbeiten & nebenbei Reiseführer spielen schlaucht einfach sehr. Am Ende war ich so müde, dass ich nur mit Kaffee überleben konnte und leicht parallelisiert durch den Tag steuerte. Ein kleines Beispiel: Ich tippe die Nummer meiner Hostfamily ins Arbeitstelefon und warte aufs tuten. Tuuuuut, just in dem Moment, fängt mein Handy an zu klingeln. Ich leg also schnell auf um den Anruf anzunehmen, doch zu spät, schon aufgelegt. Schon komisch, aber egal, tipp tipp tipp, tuuut, verdammt!, das Handy klingelt schon wieder, schnell ran, mist schon wieder aufgelegt. Ok spätestens hier sollte man misstrauischen werden und eigentlich das hinterhältige Spiel durchschauen. Aber nein nicht ich, also tipp tipp tipp, tuuut, verdammt!, schnell ran, aufgelegt. Doch diese Mal beginnen die Räder in meinem Hirn zu arbeiten und langsam, gaaanz gaaaanz langsam geht mir ein Licht auf „ich ruf die ganze Zeit auf meinem Handy an“!

Gut aber zurück zu den Trips. Um es nicht unendlich in die Länge zu ziehen, werde ich jetzt stichpunktartig alle wichtigen Punkte abarbeiten.

Los Angeles wird einfach total überbewertet. Wir haben natürlich den Walk of Fame, das Kodak Theatre (Oskarverleihung) und Chinese Theatre (Filmpremieren und Fuß- und Handabdrücke von Schauspielern im Beton) besucht. Anschließend sind wir noch nach Beverly Hills gefahren und um die wirklich beeindruckenden Häuser der Reichen und Schönen zu begutachtet.
Man, das sind echt mal Villen und einfach alles perfekt angelegt. Echt nicht schlecht. Spätestens nachdem uns ein Hummer bedrängte und uns die Security Firma verfolgte, wussten wir dass es Zeit war nicht weiter, wie die Idioten gaffenden und wild knipsend, vor den Häusern zu halten. Vivien hat Paris Hilton gesehen, wir leider nicht, da wir gerade mal wieder dabei waren irgendeinem Bonzenauto hinterher zu schauen (Bentley, SLRs, Maybach, es gab alles was man wollte). Danach noch kurz nach Downtown, somit hatten wir (bis auf die Universal Studios) alles gesehen was Los Angeles zu bieten hat, ansonsten ist die Stadt einfach nur groß, eintönig, hässlich und gefährlich. Ach ja neuer Rekord, es war zwar nur eine kurzer Abschnitt auf dem Highway, aber 11 Spuren in EINE Richtung

San Diego
wurde auch ein Besuch abgestattet. Nur waren wir dieses mal nicht im Zoo, sondern in einem tollen Safari Park. Neben einer kleinen Safari Tour, welche mich neidisch an Andrea und Linda denken lies, war noch ein kompletter Zoo vorhanden. Erwähnen sollte man vielleicht die Flamingos, welche sich in der Balz befanden, jedoch einen Heißluftballon interessanter fanden als ihre Artgenossen und daher eher diesen anschnatterten. Habt ihr euch außerdem schon mal gefragt wie die Alarmanlagensounds entstanden sind? Ganz einfach ein Forscherteam fährt nach San Diego und hört ein paar verrückten Affen zu, die klangen wie eine Alarmanlagenfabrik welche gerade eine komplette Charge testet. Danach wurde noch San Diego erkundet und mexikanisch zu Abend gegessen. Neben dem normalen Sightseeing hat mich ein Police Officer freundlich darauf aufmerksam gemacht, dass es hier - auf Grund der Terrorgefahr - verboten sei Häuser zu fotografieren. Ich bin so froh über diese Regel, somit hat man das Problem echt an der Wurzel gepackt und die Terrorgefahr komplett gebannt.

Von San Diego bis San Francisco fuhren wir meist den legendären Highway Number 1, welcher als einer der schönsten Küstenstraßen der Welt bezeichnet wird - und zwar zu Recht. Der südliche Teil trumpft mit Luxus pur auf. So haben wir New Port, St Monica, Long Beach, Venice und zahlreiche andere Snob-Paradiese durchquert. Natürlich ähneln sich all diese Städte sehr, jedoch ist es irgendwie sehenswert und wenn man die endlosen Sandstrände sieht, empfindet man es einfach als ungerecht wie klein und voll die Strände in Italien sind. Der nördliche Teil hingegen, wartet mit atemberaubenden Steilküsten und kurvenreichen Küstenpassagen auf. Man hätte alle 500 Meter anhalten können und Bilder von sagenhaften Ausblicken schießen können. Auf unserer Fahrt besuchten wir eine Kolonie wilder Seeelefanten, welche gerade eben Jungtiere geworfen hat und das Monterey Bay Aquarium, eines der größten Aquarien der Welt.

Silvester in SF. Eigentlich hatte ich alles ganz klar geplant: Essen dann Feuerwerk; kann ja nicht so viel schief gehen; eigentlich. Nach SF rein fahren, Parkplatz suchen, 50 Minuten später das restliche Auto am Restaurant absetzen und weiterhin Parkplatz suchen. Schließlich fand ich - 1,6 Meilen entfernt - einen Parkplatz und setzte mich (im sportlichen Dauerlauf) in Bewegung, nach 45 Minuten und der Erkenntnis, dass TomToms zu Fuß nicht so gut funktionieren, war ich auch schon im Restaurant. Essen zu Live-Jazz Musik war zwar teuer aber wirklich gut. Um kurz nach 10:30 frisch gestärkt Richtung Auto los um dort angekommen, durch den lauten Ruf der Natur gezwungen, uns auf Klosuche zu begeben. Sollte in einer Großstadt mit tausenden Fast Food Läden nicht all zu schwer sein. Doch alles war geschlossen und da waren es auch nur noch 5 Minuten bis Silvester. Also wie ein Psychopath durch SF geschürt (kennt ihr noch die Szene aus „The Rock“ mit dem Hammer, genau so nur noch schneller ;.-),
um schließlich mitten auf einer Kreuzung Neujahr zu feiern und das Feuerwerk nur zwischen Hochhäuser zu sehen. Spaß hatten wir trotzdem, jedoch bin ich wohl eher der klassische Zuhause-Raclette-Bleigießen-Typ

Yosemite ins Schneekleid gehüllt ist genau so schön wie im Sommer. Die vereisten Wanderwege haben uns nicht davon abgehalten durch die wunderschöne Winterlandschaft zu wandern und die Ruhe zu genießen. Ganz am Rande, meine Bärenparanoia scheint hochgradig ansteckend zu sein ;-)

In den nächsten Tagen wurde San Francisco inklusive Alcatraz besichtigt, besinnungslos geshoppt und 80 % der gesamten Winterniederschläge San Franciscos überstanden. Ach genau, der Sturm, welcher in den deutschen Medien so dramatisiert wurde, war circa so stark wie ein stinknormaler Herbststurm bei uns. Am 5. Januar verließen Claudi und Eibi USA leider schon wieder und so zogen Vivien und ich alleine weiter.

Las Vegas bei Nacht ist wirklich einen Besuch wert. Alles leuchtet, blinkt und strahlt in sämtlichen erdenklichen Farben. Natürlich trotzdem noch Kitsch und aufgesetzt, aber sehr beeindruckender Kitsch. Es wurde ein bisschen an einarmigen Banditen gezockt, über den Strip flaniert und in einem Casion-Hotel übernachtet. Am zweiten Abend besuchten wir noch eine Las Vegas Rittershow und durften mal wieder erleben wie begeisterungsfähig Amis sind (stelle euch 50 Kinder vor & die Frage von Kasperle „Seit ihr alle da“ vor; genau so). Fazit: Las Vegas ist interessant und auf jeden Fall einen Ausflug wert, jedoch reichen 2 Abende vollkommen aus.

Natürlich wollte ich Vivien auch den Grand Canyon zeigen, also schlappe 270 Meilen von Las Vegas hingefahren, nach 255 Meilen ein großes Schild „Road Closed“. 20 cm Schnee, gefallen vor einer Woche, führten leider dazu dass die EINZIGE, noch bei Tageslicht erreichbare Straße, zum Grand Canyon gesperrt war. Und jetzt für alle die mich besser kennen, das überraschende ich bin nicht ausgeflippt sondern vollkommen ruhig 255 Meilen zurückgefahren. Zum Glück hatten wir auf der Rückfahrt noch einige Grand Canyon ähnliche Felsformationen und viele tolle Ausblicke, so dass wir trotzdem gut gelaunt in Las Vegas ankamen.

Auf dem Weg nach Lake Tahoe, sind wir durchs Hells Gate ins Death Valley hinein gefahren (höhööhöhö), haben die erste Düne unseres Lebens erklommen und mal wieder die unendlichen Weiten Amerikas bestaunt. Wir haben auch was ganz besonderes gehört, einfach mal nichts, rein gar nichts. Kein Wind, kein Tier, kein Auto, kein sonst was, nur Stille. Irgendwie sehr bedrohlich und gespenstisch. Mit letzter Kraft konnten wir uns aus den Todeskrallen der Wüste befreien und fuhren mitten in den Rockies weiter unserem Ziel entgegen. Auf dem Weg besuchten wir noch kurz die Salzformationen am Mono Lake, um am Abend in unserem Luxushotel in Lake Tahoe anzukommen. Netterweise hat meine Hostfamily uns gratis ein Luxuszimmer mit Kamin, Küche und Jacuzzi besorgt. Die nächsten 2 Tage standen ganz im Zeichen des Skifahrens. Das Wetter war super, der Schnee echt gut, jedoch enttäuschten mich die Skigebiete auf ganzer Linie. Zu aller erst sind sie teuerer als die Österreichischen, jedoch gleichzeitig kleiner und technisch circa 10 Jahre hinterher. Am meisten hat mich gestört, dass die Sessellifte meist keine Sicherheitsbügel, geschweigedenn so Skiabstellteile (ihr wisst schon…) hatten. Geschockt hat mich persönlich auch, das absolute Naturunbewusstsein der Amis. So werden hier offiziell alle Wälder, die im Einzugsbereich der Lifte liegen, als Pisten deklarieren und damit total zerstört. Trotz allem, Skifahren ist immer cool.

Die letzten Tage wurde die Umgebung weiter erkundet, noch mehr geshoppt und den Redwood Mammutbäumen ein Besuch abgestattet. Dann musste Vivien leider wieder heim, wie das für mich war könnt ihr euch wohl auch denken…
Um all das oben beschrieben zu sehen waren wir 10 Tage unterwegs und sind dabei schlappe 3000 Meilen gefahren. Daher auf diesem Weg noch ein Kompliment an meinen Besuch, der trotz Jetlag den straffen Plan brav durchgehalten hat. Aber wirklich, wer kann auch so blöd sein davor zu mir zu sagen „wir wollen so viel wie möglich sehen“ :-)

So ich denke das reicht mal, weitere Bilder wie immer im Studivz.






2 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

ach du meine fresse

Linda hat gesagt…

Markus, dass du während deiner tollen Trips wirklich noch an Andrea und mich gedacht hast, das ist aller Ehre wert;-)
Schöne Berichterstattung